Beispiel für eine lustige Geschichte
Hier zunächst beispielhafte Stichpunkte für eine Anekdote:
- Lustige Anekdote zum Vortragen bei einer Familienfeier

- Beschenkter heißt Manfred Hackmann
- Arbeitet als Angestellter in einer Filiale der örtlichen Bank
- Hat einen Pünktlichkeitstick
- Fährt zu allem immer viel zu früh los
- Zwangsläufig müssen dann alle Anderen mit ihm los fahren
- Sagt immer: "Irgendwas kann immer dazwischen kommen"
- Kam einmal zu spät zu einem sehr wichtigen Termin
- Als er auf der Fahrt merkte, dass er zu spät war,
drehte er fast durch - Wird also generell sehr schnell sehr ungehalten, wenn die Sachen nicht wie geplant laufen, vor allem aber, wenn er Gefahr läuft zu spät zu kommen
- Hat panische Angst davor, auf der Fahrt zu einem wichtigen Termin in eine Verkehrskontrolle zu geraten, hält sich deshalb immer genau an alle Geschwindigkeitsbegrenzungen
- Diese Eigenarten sollen in einer längeren und humorvollen Geschichte verpackt werden, es kann ruhig richtig übertrieben werden
Die aus den obigen Stichpunkten entstandene humorvolle Geschichte:
Manfred stieg in sein Auto und fuhr los. Angespannt dachte er „Heute bin ich zum ersten Mal ganz alleine in der Filiale. Ich muss um Punkt 8 Uhr den Laden aufschließen und die Kunden reinlassen. Schließlich startet heute unsere große Werbeaktion. Sogar die Presse hat sich angekündigt und will ein paar Fotos von zufriedenen Kunden machen. Der Vorstand hat mir gestern noch mal ausdrücklich mitgeteilt, dass ich von 8 bis 9 Uhr im Laden sein muss. Meine Kollegen sind bis 9 Uhr auf einer internen Schulung im Hauptgebäude der Firma. Das ist eine große Verantwortung die mir da übertragen wurde. Wenn ich das alles gut meistere, ist mir die Gehaltserhöhung sicher.“ Um auf jeden Fall pünktlich am Arbeitsplatz zu sein, fuhr Manfred sicherheitshalber zwei Stunden früher los als normal. Denn an diesem Tag durfte nichts, absolut gar nichts schief gehen.
Er war die Strecke zu seiner Arbeit schon tausend Mal gefahren und kannte jeden Baum am Straßenrand persönlich. Um 7 Uhr verließ er die Autobahn und hatte nur noch
ein kurzes Stück Landstraße vor sich. Doch auf einmal tauchten am rechten Straßenrand mehrere Polizisten auf, die einige Autos zur Seite winkten. „Allgemeine Verkehrskontrolle! Das hat mir gerade noch gefehlt. Aber zum Glück bin ich ja früher los gefahren“, dachte sich Manfred mit einem Anflug von Panik, als auch sein Wagen zur Seite gewunken wurde. Manfred brachte seinen Wagen neben einem Polizisten zum Stehen und kurbelte das Fenster runter. „Guten Morgen! Allgemeine Verkehrskontrolle! Könnte ich bitte Ihre Fahrzeugpapiere und den Führerschein sehen“, begrüßte ihn der Polizist. Manfred öffnete sein Handschuhfach und holte die Unterlagen heraus. Der Polizist begutachtete Manfreds Führerschein, schaute ihn an und wieder den Führerschein. Schließlich sagte er „Sagen Sie mal, das sind doch nicht Sie da auf dem Foto.“ Manfred schaute etwas verwirrt und antwortete „Doch sicher bin ich das. Nur ist das Foto schon fast zwanzig Jahre alt und zu dieser Zeit hatte ich noch lange Haare und einen Bart.“ Der Polizist winkte einen Kollegen zu sich und nun begutachteten beide das Foto, schauten zu Manfred und dann wieder auf das Foto. „Würden Sie bitte mal aussteigen. Wir müssten Ihre Personalien zur Kontrolle durch den Zentralcomputer laufen lassen, damit wir auch sicher gehen können, dass dies hier Ihr Führerschein ist.“ Manfred schaute auf die Uhr, es war 7:10 Uhr.
Unglücklicherweise verfing sich Manfred beim Aussteigen mit seinem rechten Fuß in seiner neu gekauften und viel zu großen Fußmatte und stolperte kopfüber aus dem Wagen, direkt vor die Füße des Beamten. „Na schau mal einer an. Haben wir etwa getrunken?“ fragte einer der Beamten. „Ja klar! Ich bin der Weihnachtsmann und hab mir richtig einen gebrannt bevor ich losgefahren bin“, antwortete Manfred in der ersten Wut über diese Situation. „Ach ein Komiker, na das haben wir ja besonders gerne, nicht wahr Rüdiger“, sagte der Polizist zu seinem Kollegen und beide fingen an zu grinsen. Manfred rappelte sich wieder auf und stellte erleichtert fest, dass seine Kleidung
einigermaßen sauber geblieben war. „So, Herr Manfred Hackmann, falls ich den Angaben in Ihrem Führerschein glauben darf. Sehen Sie diese Linie da auf dem Boden? Würden Sie bitte einmal darauf geradeaus laufen bis zum Ende“, sagte der Polizist. Manfred dachte sich „Ok, lauf ich eben auf der Linie, dann werden die schon merken, dass ich nicht betrunken bin.“ Manfred lief los und trat dabei unglücklich auf einen Kieselstein, woraufhin er etwas aus dem Gleichgewicht kam und anfing zu taumeln. „Entschuldigung, da lag ein Kieselstein. Könnte ich bitte noch einmal laufen?“, fragte Manfred. „Natürlich, ein Kieselstein, das hören wir heute aber zum ersten mal. Rüdiger hast du gehört, ein Kieselstein“, sagte der Polizist und fing an zu lachen. „So Herr Hackmann, dann kommen Sie mal mit zu unserem Wagen.“
Manfred stieg in den Polizeibulli und die Polizisten nahmen links und rechts von ihm Platz. „Fluchtgefahr“, sagte der eine zu ihm. „Meine Herren, könnten Sie sich bitte etwas beeilen, denn ich habe um 8 Uhr einen sehr wichtigen Termin und wir haben es schon 7:30 Uhr.“ „Hat er gesagt wir sollen uns beeilen, weil er einen Termin hat Rüdiger? Hast Du das auch so verstanden, dass Herr Hackmann uns sagt, was wir zu tun haben?“ Rüdiger nickte nur, während sein Kollege weiter sprach „Herr Hackmann, wir werden unsere Arbeit bei Ihnen mit besonderer Sorgfalt erledigen.“ Mit diesen Worten erhob sich der Polizist und schritt zum Funkgerät „Hier Delta 12. Wir brauchen mal eine Personenüberprüfung für Manfred Hackmann, Lerchenstraße 7.“ Aus dem Funkgerät röhrte eine Stimme „Tut mir leid, unser EDV-System ist ausgefallen. Die Techniker sind schon unterwegs. Ich melde mich, sobald das Problem behoben wurde.“ Mit einem Grinsen drehte sich der Polizist zu Manfred um und sagte „Tja, das tut mir jetzt aber leid. Da müssen wir Sie wohl noch ein bisschen hier behalten. Wir tun hier nur unsere Pflicht, nicht wahr Rüdiger.“ Rüdiger nickte und sagte nichts.
Da platzte Manfred der Kragen. Er sprang auf und schrie „Wenn Sie mich jetzt nicht sofort hier raus lassen, dann werde ich dafür sorgen, dass Sie beiden Pinguinhirne den Rest ihres Lebens in die Polizeistation nach Sibirien versetzt werden. Ich habe gleich einen sehr sehr wichtigen Termin, besser gesagt, ich habe in diesen Minuten einen wichtigen Termin und ich muss jetzt hier raus!“ „Och Sibirien Rüdiger, das hört sich doch gar nicht mal so schlecht an“, antwortete der Polizist mit stoischer Ruhe. Nach
weiteren qualvollen Minuten meldete sich plötzlich eine Stimme aus dem Funkgerät „Hallo Delta 12, hier Zentrale. Gegen Manfred Hackmann liegt nichts vor.“ Der Polizist nickte und sagte zu seinem Kollegen „Wie sagen wir immer: Vertrauen ist gut Kontrolle ist besser. Da fällt mir gerade ein, Rüdiger, haben wir Herrn Hackmann eigentlich schon ins Röhrchen pusten lassen, um den Alkoholwert festzustellen? Denn sonst hätten wir den Herrn Hackmann ja ganz umsonst so lange aufgehalten. Und ich glaube, Herr Hackmann hatte doch noch etwas Wichtiges vor.“ Schweigend nahm Rüdiger das Alkoholmessgerät und reichte es Manfred. "Bitte pusten Sie doch einmal da oben rein bis ich 'Stopp' sage Herr Hackmann", sagte der zweite Beamte. Manfred pustete los, der Beamte sagte "Stopp" und nach wenigen Sekunden blinkte eine 0,0 in der Anzeige auf. „Ja Herr Hackmann, das ist aber jetzt ein Ding, nicht wahr Rüdiger. Da haben wir doch wirklich gedacht, sie seien ein angetrunkener Straftäter. Aber wissen Sie was Herr Hackmann, wir sind ja nicht so. Da wir uns hier ein kleines bisschen vertan haben. vergessen wir mal ihre Bemerkung über die Pinguinhirne und sehen von einer Anzeige wegen Beamtenbeleidigung ab.“ Mit diesen Worten gab der Polizist Manfred seine Papiere zurück, begleitete ihn aus dem Bulli und sagte „Dann wünsche ich Ihnen weiterhin gute Fahrt und wir tun doch auch nur unsere Pflicht.“ Schweißgebadet stieg Manfred in sein Auto und schaute auf die Uhr. Es war 08:55 Uhr.
Anmerkung: Namen und Texte sind frei erfunden. Jede Übereinstimmung mit lebenden oder toten Personen, existierenden oder vormals existierenden Firmen oder wahren Begebenheiten ist rein zufällig und nicht beabsichtigt.